Saftiger Gourmet-Burger auf Holzbrett neben einem großen, roten Google Maps Standort-Pin, symbolisiert lokale Auffindbarkeit und Direktbestellungen
Ratgeber · Google & Direktbestellungen

Direktbestellungen über Google – ohne Umwege

Warum Gäste bei Lieferplattformen landen – und was du konkret ändern kannst, damit der Umsatz bei dir bleibt.

Worum es hier geht

Du hast eine Website, vielleicht sogar einen eigenen Bestellweg. Trotzdem klickt ein Teil deiner Gäste bei Google auf eine Plattform. Das ist kein „Pech“, sondern hat konkrete technische Gründe. In diesem Ratgeber bekommst du einen klaren Plan: was du prüfen musst, wie du dein Google-Profil „sauber“ machst, und wie du Gäste sinnvoll auf deinen eigenen Shop bringst – ohne Fachchinesisch.

Themen: Google Business Profile · Bestell-Buttons · Versteckte Kosten · Mobile Usability · Checklisten

1. Warum Plattformen bei Google so oft „dazwischen“ hängen

Wenn Gäste dich googeln, wollen sie nicht „deine Website bewundern“. Sie wollen schnell etwas tun: anrufen, Route finden, Speisekarte sehen, bestellen. Plattformen sind genau dafür gebaut: kurze Wege, bekannte Logins und ein Bestellprozess ohne Nachdenken.

Google merkt, dass Nutzer diese Wege oft nutzen – und zeigt sie deshalb gerne prominent an. Das ist ärgerlich, aber du kannst den Verkehr wieder zu dir zurückziehen: durch saubere Links im Google-Profil, klare Signale auf deiner Website und einen Bestellweg, der auf dem Handy wirklich einfach ist.

Direkt zur Lösung: Google aufräumen

2. Die versteckten Kosten: Was jede Plattform-Bestellung wirklich kostet

Viele Gastronomen kennen die Provision (oft 15–35% pro Bestellung). In der Praxis kommen aber häufig zusätzliche Gebühren dazu (Marketing, Payment, Software-Miete), sodass der echte „Abfluss“ pro Bestellung deutlich höher liegen kann.

Typische Kostenarten (Beispiel)

Kostenart Typischer Betrag
Marketplace-Provision 20–35%
Marketing-Gebühren (Anzeigen auf der Plattform) +3–8% vom Umsatz
Zahlungsabwicklung +2–3%
Geräte-/Software-Miete 50–150 € / Monat

Das Rechenbeispiel: Bei einer 50 € Bestellung mit 30% Provision gehen 15 € an die Plattform. Wenn zusätzlich Gebühren anfallen, landet oft über ein Drittel des Umsatzes beim Anbieter – Geld, das direkt von deinem Gewinn abgeht.

Mehr dazu: Was kosten 14% Provision wirklich?

3. Der Datenverlust: Warum du ohne Direktbestellung blind bleibst

Der wirtschaftliche Schaden ist nicht nur die Provision. Noch schwerer wiegt, dass du die Beziehung zum Gast nicht „besitzt“: Bestellhistorie, Kontaktdaten und die Möglichkeit zur direkten Ansprache liegen bei den Plattformen – nicht bei dir.

Was du konkret verlierst

  • Kontaktdaten für Rückgewinnung: Du kannst Gäste, die lange nicht da waren, nicht anschreiben.
  • Bestellhistorie: Du weißt nicht, wer deine echten Stammkunden sind und was sie am liebsten essen.
  • Unabhängigkeit: Erhöht die Plattform die Gebühren, hast du keinen eigenen Kanal, um die Gäste "mitzunehmen".

4. 10-Minuten Schnellcheck: Wo gehen deine Klicks hin?

  1. Suche nach „Dein Restaurantname + Stadt“ bei Google.
  2. Öffne deinen Google-Eintrag (das Kästchen rechts oder oben).
  3. Klicke bewusst auf „Website“, „Menü“ und „Online bestellen“ (falls der Button da ist).
  4. Wichtig: Mach das Ganze auf dem Handy.
  5. Beobachte genau: Welche Internetadresse öffnet sich? Bleibst du bei dir oder landest du woanders?

Wenn du merkst, dass du beim Klick auf "Bestellen" oder "Speisekarte" auf einer fremden Seite landest, hast du ein Leck gefunden, durch das du täglich Umsatz verlierst.

5. Google „hygienischer“ machen (praktisch, Schritt für Schritt)

1) Website-Link bewusst setzen

Der Link zur Website in deinem Google-Profil ist heilig. Er muss dorthin führen, wo der Gast sofort findet, was er sucht. Keine Intro-Videos, keine langen Ladezeiten.

2) Bestelloptionen prüfen

Google fügt manchmal automatisch Bestell-Links von Drittanbietern hinzu. Prüfe in deinem Google Business Profil unter „Bestellungen“ (Food Ordering), welche Anbieter dort verknüpft sind. Du kannst unerwünschte Verknüpfungen oft entfernen lassen.

3) Einheitliche Daten (NAP)

Sorge dafür, dass Name, Adresse und Telefonnummer (NAP = Name, Address, Phone) überall im Netz exakt gleich sind. Widersprüchliche Daten verwirren Google und lassen dich im Ranking abrutschen.

4) Klare Signale auf deiner Website

Der Gast, der von Google kommt, gibt dir etwa 3 Sekunden Zeit. Wenn er nicht sofort sieht „Hier kann ich bestellen“, ist er weg. Platziere den Bestell-Button ("Call-to-Action") prominent, ganz oben, besonders auf dem Handy.

6. „Order with Google“: Was das ist – und wie du es kontrollierst

„Order with Google“ ist eine Funktion, bei der die Bestellung direkt in der Google-Suche oder in Maps abläuft. Der Gast besucht gar nicht erst deine Website.

Das Problem dabei

  • Der Gast sieht oft Optionen von Lieferdiensten, nicht deinen eigenen Shop.
  • Du hast keine Kontrolle darüber, welche Preise oder Gebühren angezeigt werden.
  • Die Kundendaten landen oft nicht direkt bei dir.

Die Lösung

Prüfe, ob du diese Funktion aktiviert hast. Wenn du mit einem Anbieter zusammenarbeitest, der dies unterstützt (und faire Konditionen hat), kann es ein guter Zusatzkanal sein. Wenn aber nur teure Plattformen dort auftauchen, solltest du versuchen, diese Verknüpfung zu deaktivieren, damit der Gast auf deine Website kommt.

7. Schattenwebsites: Woran du sie erkennst

Manchmal erstellen Drittanbieter Websites, die aussehen wie deine (gleicher Name, Bilder), aber technisch ihnen gehören.

Woran du sie erkennst

  • Die Internetadresse ist komisch (z.B. restaurant-name-stadt-bestellen.de statt restaurant-name.de).
  • Die Telefonnummer ist eine andere als deine echte Nummer (Weiterleitungsnummer).
  • Im Impressum steht nicht dein Name.

Das Ziel dieser Seiten ist es, Suchmaschinen-Traffic abzufangen und Provisionen zu kassieren. Konzentriere dich darauf, deine echte Website bei Google so stark zu machen (durch Aktualität und korrekte Verlinkung), dass sie das Original ist.

8. Brand Bidding: Wenn andere auf deinen Namen Werbung schalten

Ein Gast sucht „Pizzeria Da Luigi bestellen“. Ganz oben steht eine Anzeige von einem Lieferportal. Der Gast klickt drauf, bestellt bei dir – und du zahlst Provision.

Was du tun kannst

  • Eigene Anzeigen: Manchmal lohnt es sich, selbst kleine Anzeigen auf den eigenen Namen zu schalten, um den Platz oben zu besetzen (das ist oft billiger als die Provision).
  • Starke Website: Wenn deine Website organisch (ohne Werbung) sehr gut ist, klicken viele Gäste auch auf den ersten „echten“ Treffer unter der Werbung.

9. Mobile Usability: Warum jeder Klick Umsatz kostet

Auf dem Handy sind Gäste ungeduldig. Jedes Hindernis (lange Ladezeit, nervige Cookie-Banner, unklare Menüs) führt zum Abbruch.

Geschwindigkeit ist Geld

Wenn deine Seite unterwegs länger als 3 Sekunden lädt, springen über die Hälfte der Besucher ab. Mach deine Seite schlank. Keine riesigen Fotos im Header, keine Videos, die automatisch starten.

Cookie-Banner

Rechtlich nötig, aber oft ein Hindernis. Achte darauf, dass der „Akzeptieren“-Button auf dem Handy leicht zu treffen ist und das Banner nicht den ganzen Bildschirm blockiert.

10. Problemfall PDF-Speisekarte

Viele Restaurants laden ihre gedruckte Karte einfach als PDF hoch. Das wirkt praktisch, ist für den Gast am Handy aber nervig.

Warum PDFs auf dem Handy scheitern

  • Zu klein: Der Gast muss zoomen und hin- und herschieben.
  • Lange Ladezeit: Große Dateien verbrauchen Datenvolumen und laden langsam.
  • Nicht lesbar für Google: Google kann "Pizza Salami" in einem Bild-PDF oft nicht lesen. Wer nach "Pizza Salami" sucht, findet dich nicht.

Die bessere Lösung

Nutze eine Speisekarte, die direkt als Text auf der Website steht (HTML).

  • Wenn du einen Homepage-Baukasten (wie Wix, Jimdo, WordPress) nutzt, gibt es dafür oft fertige "Menü"-Bausteine.
  • Oder binde die Speisekarte deines Shopsystems direkt ein.
Hauptsache: Kein Download, kein Zoomen. Einfach scrollen und lesen.

11. Echte Anreize für Direktbesteller

Warum sollte der Gast den Aufwand machen, direkt bei dir zu suchen?

  1. Es muss der einfachste Weg sein. Wenn deine Seite besser funktioniert als die App, kommen sie wieder.
  2. Kleine Vorteile: Ein Gratis-Getränk, ein kleiner Nachtisch oder Treuepunkte nur für Direktbesteller. Das ist billiger als 30% Provision.
  3. Kommunikation: Leg jeder Plattform-Bestellung einen Flyer bei: "Nächstes Mal direkt bei uns bestellen und [Vorteil] sichern."

12. Wie wir dir dabei helfen

  • Google-Hygiene-Check: Wir prüfen, wo deine Klicks aktuell landen.
  • Aufräumen: Wir helfen dir, dein Profil sauber und einheitlich zu gestalten.
  • Direktbestell-Setup: Wir sorgen dafür, dass deine Website Gäste empfängt wie ein guter Kellner: freundlich, schnell und zielführend.

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Häufige Fragen (FAQ)

Heißt das noch „Google My Business“?

Offiziell heißt es jetzt Google Business Profile. Viele sagen aber weiterhin „Google My Business“ oder „GMB“. Gemeint ist immer dein Eintrag in der Google Suche und auf Maps.

Warum zeigt Google bei mir „Online bestellen“ an?

Google verknüpft automatisch Partner, die sagen "Ich habe eine Speisekarte für dieses Restaurant". Das sind oft Lieferdienste. Du musst aktiv prüfen, wer dort gelistet ist, um die Kontrolle zurückzugewinnen.

Kann ich Plattformen bei Google entfernen?

Ja, in den meisten Fällen kannst du Drittanbieter-Links in deinem Profil deaktivieren oder zumindest einen „bevorzugten Link“ (deinen eigenen) setzen. Das geht direkt in den Profileinstellungen.

Was ist der wichtigste erste Schritt?

Der Link in deinem Google-Profil. Sorge dafür, dass er auf eine Seite führt, die auf dem Handy extrem schnell lädt und sofort einen „Bestellen“-Knopf zeigt.

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